ein ort. fabrik elba. eine stadt. wuppertal.

Komotzki, Andreas

Fotografie

www.andreas-komotzki.de


Der öffentliche Raum – Stadtraum, Landschaftsraum und gesellschaftlicher Raum gleichermaßen – bildet den Schauplatz der Arbeiten von Andreas Komotzki. Er schöpft aus dem Außenraum mit seinem stetig in Veränderung begriffenen Fundus an Zeichen und Chiffren, mit seinem Angebot an flüchtigen Beobach­tun­gen und Eindrücken – die Möglichkeit unvorhergesehener Begegnungen ebenso einschließend wie frostige Anonymität. Dabei dehnt Komotzki den Begriff “öffentlicher Raum” auch auf den Bereich der Medien aus, indem er sich vorgefundener, öffentlicher Bilder – seien es Verkehrsschilder oder Zeitungsabbildungen – bedient.

Andreas Komotzkis Vokabular entstammt dem öffentlichen Raum, aber es erzählt von menschlichen Empfindungen. Der Mensch wird von ihm nicht als Nahaufnahme unentrinnbar fixiert, vielmehr zurückhaltend aus der Ferne umkreist. Obschon die Titel der Bilder auf verschiedene Bedeutungsebenen hinweisen und vexierbildgleich immer wieder in Bereiche vordringen, die sich in Begriffen wie Fremde und Geborgenheit, Rastlosigkeit und Halt, Anonymität und Begegnung fassen lassen, verlässt Komotzki nicht den Bereich der Andeutungen, als scheue er sich vor dem Pathos des Grundsätzlichen. Lieber thematisiert er den Menschen in Bewegung und damit das Flüchtige, Vergängliche und Zufällige, um im Betrachter zugleich die dazugehörigen Gegenbilder zu erzeugen.

Alles ist im Fluß und einer stetigen Veränderung unterworfen: der mobile Mensch ebenso wie die dargebotenen Bedeutungsebenen. Die Passanten, die Flaneure, die Reisenden in Komotzkis Arbeiten, – wie ein Schatten streift sie das Urbild von der Lebensreise, doch sie bewegen sich in den Metropolen der Jetztzeit.

Dr. Helga Gutbrod

 

o.T., 2008 Transfiguration eins, Neu-Ulm, 2006 floating 1.14, 70 x 240 cm, 2008 Transfiguration zwei, Städtische Sammlungen Neu-Ulm, 2003 o.T., Kunstmuseum Ahlen, 2008 aus: 'home', Kunstmuseum Ahlen, 2008